SPUR

🇫🇷 Drei Sprachen & Fassnacht

Aus Frankreich.


Es fällt auf. In Bahnhöfen, im Bus, bei der Fassnacht. Überall stehen drei Sprachen. Französisch, Euskara und Okzitanisch.

Sogar auf den Mülleimern.

Baskenland. Drei Wörter. Merci. Merces. Milesker

Die Region wirkt wie ein Ort zwischen Welten. Zwischen Frankreich und Spanien. Zwischen alter Tradition und Moderne.

Eigentlich waren wir nur auf der Durchreise. Wir sind mit Jean von Nantes Richtung Süden gefahren. Es wird viel gelacht. Er erzählt uns, dass viele Menschen hier Baskisch sprechen. Auch die jungen Leute lernen es. Jetzt hört man die Sprache wieder auf den Straßen.

Eine Region mit vielen Stimmen. Bayonne.

Blaue Stunde. Die Lichter gehen gerade an. Die prunkvollen Häuser, geschmückt mit moderner Street Art und Blumen. Die Brücke spiegelt sich im Fluss. Wir staunen. Hier bleiben wir  erstmal. 

Tage später findet in Bayonne die Fassnacht statt. Viele Kinder sind verkleidet. 

Piraten, Tiere, Glitzer. 

Konfetti liegt auf dem Boden. Ich entdecke ein paar verkleidete Erwachsene. Sonst kaum welche. Der Brauch scheint hier vor allem für die Kinder zu sein. Trommler ziehen durch die Straßen. Ein kleiner Umzug. Es erinnert ein bisschen an Mainz. Manche Gestalten wirken wie die Schwellköpfe. Andere tragen große Kuhglocken und Felle, fast wie die Klausen im Allgäu. 

Eine ältere Frau tanzt auf der Straße vor der Trommelgruppe. Sie schwingt ihre Tasche durch die Luft, dreht sich im Kreis. Alle schauen zu. Ein Auto möchte durchfahren, doch sie blockiert tanzend die Straße. Fast so, als würde sie mit dem Auto tanzen. Mit einer Eselsgeduld bleibt der Autofahrer einfach stehen und schaut zu. Alle grinsen. Auch der Autofahrer.

Auf dem Platz steht eine große Figur aus Stroh. 

San Pantzar. 

In einem Gerichtsprozess, natürlich in drei Sprachen übersetzt, wird die Figur verurteilt. Dann wird sie verbrannt. Die Flammen schlagen meterhoch. Ich spüre die Hitze auf der Haut. Die Kinderaugen um mich herum leuchten. Ein alter Brauch. Symbolisch für alles Schlechte des vergangenen Jahres. 

Später stehe ich am Fluss und beobachte das Wasser. Viele kleine Strudel drehen sich in Kreisen. Bald ist wieder Ebbe. Mein Bauch ist noch voll von den Chipirones. Auf den Plätzen spielen noch die Kinder. In einer Ecke trommelt eine Gruppe. Aus einer Bar klingt Jazz. Wir sind überall ein bisschen. Der Fluss rauscht Richtung Meer. Stimmen in drei Sprachen mischen sich in der kühlen Abendluft. 


Deine Grüße, deine Gedanken, ein paar Zeilen oder einfach ein Hallo – ab ins Gästebuch!
Ich freu mich von dir zu lesen.

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