SPUR

🇪🇸 Februar 24 Grad

Aus Spanien.


Es ist Februar.

Trotzdem zeigt das Thermometer 24 Grad.

Die Berge der Pyrenäen liegen irgendwo im Hintergrund, leicht verschwommen im Dunst. Der Wind riecht nach Salz.

Wir sitzen am Strand von San Sebastián, spüren die erste Sommerbrise. Der Wind schiebt Wellen Richtung Küste. Wir beobachten die Surfer. Manche stehen kurz auf dem Brett. Sie gleiten ein paar Meter über die Welle, fallen wieder ins Wasser und paddeln zurück.

Immer wieder derselbe Rhythmus.

Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein. 12 Jahre später. Vieles ist vertraut, vieles neu. 

Wir entdecken eine kleine Bar, etwas abgelegen in einer Seitenstraße. Auf einem Schild steht groß und fett geschrieben: Bar Restaurant. Ein paar ältere Menschen sitzen hier. Sie kommen jeden Abend hierher. Andres aus Kolumbien und Gabriele aus Honduras gehört die Bar. Sie leben seit ein paar Jahren in San Sebastian. Der Geruch von Fisch, Salz und Orangen liegt in der Luft. Wir setzen uns dazu, hören das Lachen der Männer an der Theke. Hier fühlen wir uns wohl. Das Essen ist hervorragend.  

Von nun an kommen wir jeden Abend hierher.

An einem Abend kocht uns Gabriele ein Paella. Die große Pfanne steht dampfend vor uns. Gelber Reis, Meeresfrüchte, Zitronenspalten. Am nächsten Abend sind wir wieder da. Ich kippe den Sangria um. Das war wohl zu viel. Andres fragt lachend, ob sich mein Spanisch nun verbessert hat.

Auch tagsüber essen wir viel. Kleine Bars, Pinxtos bzw. Tapas, Oliven, Chorizo, Aufstrich. Und jeden Abend die gleichen älteren Menschen, die zu Andres und Gabriele in die Bar kommen. Und wir. 

Später liege ich im warmen Sand. Eine leichte Brise weht vom Meer herüber. Die Sonne wärmt das Gesicht. Ich schließe kurz die Augen. Irgendwann wache ich wieder auf. Christian ist neben mir zusammengerollt, er schläft noch. Dieses Gefühl, wenn der Körper schwer ist und man nicht weiß, wie viel Zeit vergangen ist. 

Abends stehen wir an der Promenade. Ein alter Mann kommt plötzlich auf uns zu. Er spricht über das Wetter und über sein Leben hier, hält Christian am Arm, tätschelt ihn. Ganz selbstverständlich, als würden wir und schon lange kennen. Er lacht dabei. Wie ein vertrauter Vater. Zum Abschied gibt es ein Küsschen auf die Backe. Seine Augen funkeln. Er wünscht uns einen schönen Tag und schon ist er im nächsten Moment wieder verschwunden. 

Wir schauen uns an und schmunzeln.

Ein weiteres süßes ungeplantes Spontantreffen, das auf Reisen passiert.

Wir nehmen Geschichten aus dem Baskenland mit, bestaunen die traditionellen Hüte, die einst Herkunft und Familie zeigten. Mit dem Duft von baskischen Käsekuchen im Gepäck ziehen wir weiter.


Deine Grüße, deine Gedanken, ein paar Zeilen oder einfach ein Hallo – ab ins Gästebuch!
Ich freu mich von dir zu lesen.

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